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Schädelhirntrauma und Schlaganfall – die häufigsten neurologischen Erkrankungen

Neben einem Schädelhirntrauma (SHT) stellt der Schlaganfall eine der häufigsten und bedeutendsten neurologischen Erkrankungen dar. Die Inzidenzen liegen für das SHT bei ca. 200 bis 300 pro 100 000 Einwohner und für den Schlaganfall bei ca. 250 bis 310 jährlichen Neuerkrankungen pro 100 000 Einwohner in Deutschland. Etwa 1 bis 2 Millionen Bundesbürger leben mit den Folgen dieser Erkrankungen.

Nicht nur für die Betroffenen und Angehörigen, sondern auch volkswirtschaftlich haben die Auswirkungen neurologischer Erkrankungen weitreichende Belastungen zur Folge, denn etwa nur 40 Prozent der Überlebenden weisen ein Jahr nach der Erkrankung keine Einschränkungen in den Aktivitäten des täglichen Lebens mehr auf. Die restlichen 60 Prozent durchlaufen nicht selten langjährige und kostenintensive Behandlungs- und Eingliederungsversuche mit häufig unsicherer Prognose, an deren Ende Verrentung, Arbeitslosigkeit und soziale Isolation stehen.

Soziale und berufliche Rehabilitation bei neurologischen Erkrankungen - Schädelhirntrauma, Schlaganfall, etc.

Menschen mit erworbenen neurologischen Erkrankungen, wie einem Schädelhirntrauma oder einem Schlaganfall stellen besondere Anforderungen an eine berufliche Integrationsmaßnahme. Dies liegt vor allem darin begründet, dass Schädelhirnverletzte oder Menschen nach einem Schlaganfall auch nach erfolgreich verlaufender medizinischer Rehabilitation in vielen Fällen noch nicht den Anforderungen des freien Arbeitsmarktes entsprechen. Integrationsversuche, deren Ansätze ausschließlich darauf ausgerichtet sind, die verbliebene Leistungsfähigkeit den gegebenen beruflichen Erfordernissen anzupassen, sind mittel- bis langfristig nicht zielführend. Ausschlaggebend hierfür ist, dass neben Grad und Ausmaß der Hirnschädigung auch psychische, persönliche und soziale Faktoren im Laufe des Eingliederungsprozesses eine wesentliche Rolle spielen. Neben Beeinträchtigungen der Mobilität, Kognition und Kommunikation sowie dem Mangel an grundlegenden Fertigkeiten für das Berufsleben, wie reduzierter Ausdauer und Belastbarkeit, Schnelligkeit und verminderter Sorgfaltsleistung, weisen Menschen mit neurologischen Erkrankungen insbesondere auch deutliche Probleme im zwischenmenschlichen Umgang und der sozialen Kompetenz auf. Hinzu kommt, dass Menschen nach Hirnverletzungen häufig schwer diagnostizierbare Veränderungen in ihrem Wesen zeigen, an Umstellungsschwierigkeiten leiden und es ihnen an Kreativität und Ideen mangelt, ihren beruflichen und sozialen Alltag zu bewältigen und mit den an sie gestellten Problemen fertig zu werden. Es fehlt häufig auch die Einsicht bzw. Akzeptanz bzgl. der krankheitsbedingten Defizite. All diese Faktoren lassen sich schwerlich in künstlichen Situationen, sondern nur unter realen Bedingungen, d.h. im sozialen und beruflichen Alltag, sicher eruieren.